Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus luden das Queere Netzwerk NRW, die LAG Lesben in NRW, der LSVD NRW, das Netzwerk Geschlechtliche Vielfalt Trans* NRW und die ARCUS Stiftung am heutigen 27. Januar zum Gedenken an alle, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität verfolgt wurden.

Traditionell wird das Gedenken jährlich durch Blumenniederlegung am Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Schwulen und Lesben am Kölner Rheinufer begangen. Aufgrund der Pandemiesituation fand die Veranstaltung nun bereits im zweiten Jahr digital statt.

„An Tagen wie heute und über das ganze Jahr müssen wir nicht nur die Erinnerung wachhalten, sondern auch Konsequenzen daraus ziehen.“ Homaira Mansury, Fachbereichsleiterin Politische Bildung der vhs Köln, unterstrich in ihrer Rede insbesondere die Bedeutung von Dialog und für eine geschichtsbewusste Menschenrechtsbildung. „Wir müssen alle im wahrsten Sinne des Wortes „ansprechen“, Menschen interessieren und dafür stehen, dass alle an der Gestaltung der Gesellschaft, in der wir leben, teilhaben können und dass wir alle mit verantwortlich sind – als Gemeinschaft, als Staat, als Individuum.“

Die Bedeutung des Gedenkens im Hier und Heute betonte auch Christiane Freyer, Sprecherin der LAG Lesben in NRW, die stellvertretend für die Community-Verbände durch die Veranstaltung führte. „Ich bin dankbar dafür, mit Ihnen und Euch in diesem digitalen Raum verbunden zu sein und zu wissen, dass wir gemeinsam widersprechen. Wir widersprechen Hass. Wir widersprechen Hetze. Wir widersprechen Menschenfeindlichkeit, egal aus welcher Ecke sie kommt.“

Musikalisch gerahmt wurde das Gedenken auch im digitalen Raum durch die Zauberflöten – Chor schwuler Männer e.V., die Paten des Mahnmals sind. Stellvertretenden für die 76 online Teilnehmenden legten Gerd Brosig und Markus Petermann von den Zauberflöten, Birgit Bungarten für das Queere Netzwerk und Frank Bauer für den LSVD NRW Gedenkgestecke der Communities nieder. Teilnehmende hatten außerdem die Möglichkeit, anstelle der traditionell persönlich abgelegten Blumen kurze Gedenknachrichten zu hinterlassen, die von den Vertreter*innen der Verbände am Mahnmal platziert wurden.

Das Mahnmal für die verfolgten Schwulen und Lesben in unmittelbarer Nähe der Hohenzollernbrücke gibt es seit 1995. Anfang Januar wurde es in einem Akt von Vandalismus beschmiert. Zahlreiche Vertreter*innen von Politik und Zivilgesellschaft verurteilten den Vorfall und forderten zum würdigen Gedenken auf.

Mehr zum Mahnmal und zum Vorfall finden Sie außerdem online:
www.rosa-winkel-mahnmal.de
www.queeres-netzwerk.nrw/aktuelles-und-veranstaltungen

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