Am 24. Februar 2022 hat mit dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine mitten in Europa ein Krieg begonnen, dessen Folgen sich noch gar nicht abschätzen lassen. Er bringt schon jetzt unendlich viel Leid, Menschen fürchten um ihr Leben, Millionen sind auf der Flucht. Obwohl dieser Krieg durch nichts zu rechtfertigen ist, gibt es immer wieder Versuche dazu. Sie betreffen auch queere Menschen.

Die überwältigende Mehrheit der Europäer*innen zeigt sich solidarisch mit der Ukraine. Auch zahlreiche Bündnisse aus den LSBTIQ*-Communitys rufen zu Spenden und Hilfe auf. Wir verlinken hier stellvertretend zwei Initiativen: die Spendenaktion „Queere Nothilfe Ukraine“ sowie den Aufruf diverser Organisationen der LSBTIQ*-Communitiys in Deutschland. Die Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW e.V. unterstützt diese und weitere Initiativen, die helfen, dem Aggressor die Stirn zu bieten und für ein solidarisches Miteinander aller Menschen einzutreten. Denn auch queere Menschen in der Ukraine müssen für die abstrusen Rechtfertigungen des Angriffs herhalten, wie das Beispiel von Kyrill zeigt.

Wenn man den Namen hört, denkt man hierzulande erst einmal an einen verheerenden Sturm. Aber gemeint ist Kyrill I. (75), das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche. Und als solches hat er mit Bezug auf den Ukraine-Krieg gerade nicht minder Verheerendes gepredigt.

Der Bayerische Rundfunk zitiert den Kirchenmann mit den Worten: „Schwule Paraden sollen zeigen, dass Sünde eine Spielart des menschlichen Verhaltens ist. Um in den Club dieser Länder aufgenommen zu werden, ist es daher notwendig, eine Gay-Pride-Parade abzuhalten. Ein politisches Statement abzugeben nach dem Motto ‚Wir sind an eurer Seite‘ reicht nicht, Abkommen zu unterzeichnen auch nicht, sondern wir sollen eine Schwulenparade abhalten. Und wir wissen, wie sich Menschen diesen Forderungen widersetzen und wie dieser Widerstand gewaltsam unterdrückt wird.“ Russland sei, so die Lesart Kyrills, der Bevölkerung im Donbass zur Hilfe gekommen, für die Gay-Pride-Demonstrationen eine Zumutung seien.

Für diese Deutung hat Kyrill nicht weniger verdient als einen Sturm der Entrüstung und unseren entschiedenen Widerstand gegen diese offen menschenfeindliche Haltung.

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